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 — Artikel  —  — H.C. Snerha und die Bachstimmung  —
a1 416; f1 332; c2 497,4; e2 622,5; g1 372,05; d2 556 ; h1 466,275
Umgerechnet in eine heute übliche Centtabelle kommt man zu folgender Centwerten für diese Bachstimmung:
0/ 92/ 192,8/ 296,2/ 388,4/ 500,1/ 590,1/ 697,3/ 794/ 890,6/ 998,2/ 1088,1
Stimmt man heute sein Cembalo nach dieser überlieferten Bach-Stimmung, so könnte man folgendermaßen vorgehen:
Ton a1 von der Stimmgabel (415 Hz). Dann a1-f1 als Terz mit 4 Schwebungen pro Sekunde und a1-e2 mit 3 Schwebungen pro Sekunde (muss man sicher ein bisschen üben). Es folgt schnell eine Kontrolle: e2-c2 rein stimmen, dann muss c2-f1 auch rein sein, sonst muss e2 und f1 noch einmal korrigiert werden. Danach, wenn f1, a1 und e2 fixiert sind, weiter stimmen, so wie bei Snerha angegeben:
Kontrolle durch die Quinte g1-d2, die genauso schnell schweben muss, evtl. einen Hauch schneller.
Man beachte, dass die Quinten immer enger und die Quarten und Terzen immer weiter sein müssen als die reinen Intervalle.
Nun folgt nach Snerha die Quarte e2-h1, die doppelt so schnell schweben soll (2,4 Hz) wie die Quinte f1-c2.
Wer mit den relativ schnellen Schwebungen nicht hinkommt, der stimme das Ganze einfach eine Oktave tiefer. Dabei sind alle Schwebungszahlen zu halbieren. Anschließend werden nur noch reine Quinten und Quarten h1-fs1-cs2-gs1-es2-b1 (oder eben h-fis-cs1-gs-es1-b) gestimmt. Nun folgt die Kontroll-Quarte b1-f1. c2-e2 so schnell schweben lassen wie a1-e2, anschließend c2-g1 und a1-d2 so schnell schweben lassen wie
f1-a1, also 4 Schwebungen pro Sekunde.
Kontrolle durch die Quinte g1-d2, die genauso schnell schweben muss, evtl. einen Hauch schneller.
Man beachte, dass die Quinten immer enger und die Quarten und Terzen immer weiter sein müssen als die reinen Intervalle.
Nun folgt nach Snerha die Quarte e2-h1, die doppelt so schnell schweben soll (2,4 Hz) wie die Quinte f1-c2.
Wer mit den relativ schnellen Schwebungen nicht hinkommt, der stimme das Ganze einfach eine Oktave tiefer. Dabei sind alle Schwebungszahlen zu halbieren. Anschließend werden nur noch reine Quinten und Quarten h1-fs1-cs2-gs1-es2-b1 (oder eben h-fis-cs1-gs-es1-b) gestimmt. Nun folgt die Kontroll-Quarte b1-f1.
Wenn die Quarte nicht ganz rein ist, wieder zurück: f1-b1 und b1-es2, die Quinte gs1-es2 lässt man dann einfach ganz leicht schwebend, aber wirklich nur ganz leicht! Nun wird in Oktaven weiter gestimmt.
Und dann ist sie auch schon fertig, die Bach-Stimmung nach H.C. Snerha.

Glücklich, verzweifelt, entmutigt und doch auch stolz rief ich den Pfarrer ganz aufgeregt noch spät nachts in Liemehna an und erzählte ihm von meiner wahnsinnigen Entdeckung. Er war noch völlig außer sich, hatte Kripo und Feuerwehr in seiner Wohnung, hörte gar nicht richtig zu. Am nächsten morgen versicherte er mir am Telefon jedoch, dass es nachweislich keine Akten oder historische Briefe auf der Empore gegeben hätte. "Die junge Gemeinde hatte doch alles ganz ordentlich aufgeräumt und alle
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